Microsoft wird voraussichtlich den eigenen Teams-Client für Linux innerhalb 2022 einstellen (Quelle: https://news.ycombinator.com/item?id=32678839).
Um weiterhin mit Teams arbeiten zu können, empfiehlt es sich, einen Wrapper einzusetzen. Ich teste gerade Teams-for-Linux (Quelle: https://github.com/IsmaelMartinez/teams-for-linux), installiert über Flatpak (Quelle: https://flathub.org/apps/details/com.github.IsmaelMartinez.teams_for_linux) und bin bisher ganz zufrieden.
Wie bei anderen Wrappern auch (z.B. bei Prospect Mail als Wrapper für Outlook), starten diese etwas langsamer, laufen aber ohne weiteres gut. Bei Teams-for-Linux Version 1.0.32 ist mir aufgefallen, dass die Einstellung für Audio/Video Geräte nicht vorhanden ist, außerdem fehlt eine Visualisierung des Screensharing (rote Umrandung). Insgesamt sind diese Mankos aber nicht weiter beeinträchtigend.
Wer in Bozen und Umgebung lebt, hat's besser: jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat steht ein Bürgerschalter im Bürgerzentrum Europa-Neustift in der Dalmatienstraße 30/C zur Verfügung, an dem freie Software mit Hilfe Fachkundiger installiert werden. Man erfährt so, daß man den alten Laptop nicht unbedingt verschrotten lassen muß, sondern durchaus weiterverwenden kann, sofern man offen für Alternativen ist.
Durch den Einsatz des Betriebssystems Linux kann der alte Laptop im Regelfall weiter genutzt werden - doch freie Software umfasst viel mehr: Office, Multimedia, Desktop Publishing, Programmierung, Spiele, Lernprogramme für Grund-, Mittel-, Oberschule sowie Hochschule.
Oft lässt sich auch die Hardware des Laptops upgraden, typischerweise mit einem SSD-Laufwerk und/oder zusätzlichem Speicher.
Einmal aktualisiert gilt es dann, sich mit den digitalen Mitteln auseinanderzusetzen, die man als Bürger benötigt, wenn man mit der Verwaltung, lokal wie national, in Kontakt tritt: Bürgerkarte, SPID, digitale Unterschrift, PEC e-Mail Konto.
Eine sehr gute Idee, die hoffentlich in ganz Südtirol Verbreitung findet.
Das erste Point Release[1] des gastfreundlichen Borstenhörnchens (=Xenial Xerus, so die Bezeichnung der 16.04 Version von Ubuntu) ist vor kurzem erschienen und zum ersten Mal habe ich mein System online aktualisiert, dank dieser Anleitung bei OMG!Ubuntu!
Ich fasse diese leicht abgeändert nochmal zusammen:
Diese ISO entweder auf DVD brennen oder die ISO mittels Startmedienersteller-App auf einen ausreichend großen USB-Stick installieren. DVD/USB-Stick dienen als "doppeltes Netz", sollte etwas bei der online Installation schiefgehen;
Die Aktualisierungsverwaltung starten und alle ausstehenden Aktualisierungen installieren. Sollte ein Neustart vorgeschlagen werden, erst diesen ausführen und dann weitermachen;
Ein Terminal öffnen und mit sudo apt-get autoremove und sudo-apt-get autoclean Dateien entfernen, die nicht mehr benötigt werden;
Anschließend im Terminal den Befehl sudo update-manager -d ausführen. Die Verwaltung prüft nochmals, ob ausstehende Aktualisierungen vorhanden sind und schlägt das Upgrade vor;
Beim Download bei Ubuntu habe ich mich dazu entschlossen, 20 US Dollar zu spenden. Ubuntu bleibt meiner Meinung nach das perfekte Linux-Desktop für Ein- und Umsteiger und die Pflege dieser Distribution ist es allemal wert. Wäre toll, wenn auch andere spenden würden.
[1] Ein Point Release ist eine erste Aktualisierung der Hauptrelease (mit Bugfixes, usw.).
(pi)
Mit den iPod Geräten ist das so eine Sache: Je nach Modell kann die Synchronisation wie von selbst gehen (z.B. bei meinem nano 1. Generation, einfach anschließen und drauf los synchronisieren mit Rhythmbox) oder aber es geht etwas mühseliger. Zuletzt wurde ich gebeten, herauszufinden, ob man den iPod Shuffle 2. Generation irgendwie mit Linux verwenden kann.
Es geht - folgendermaßen:
Zunächst einmal muß man sich Python installieren (ist bei Ubuntu standardmäßig dabei);
Danach lädt man dieses Archiv herunter und entpackt es.;
Den iPod Shuffle anschließen;
Das File rebuild_db.py in das Wurzelverzeichnis des iPods kopieren;
Ein Terminal öffnen und das File ausführbar machen mit sudo chmod +x rebuild_db.py;
Die gewünschten Musikdateien mit einem Filemanager und nicht mit einem Musikplayer auf das iPod kopieren bzw. löschen. Wichtig: Die Dateien nicht in die iPod Ordner kopieren, sondern in selbst angelegte Verzeichnisse bzw. Wurzelverzeichnis;
Nach diesem Vorgang von einem Terminal den Befehl python rebuild_db.py eingeben. Das Pythonskript aktualisiert nun die Filedatenbank des iPods;
Dasselbe Skript läßt sich auch unter Windows anwenden, wenn man seinen iPod Shuffle mit einem anderen Programm statt iTunes befüllen möchte.
Sollte ein iPod aber mal zicken, dann muß man ihn gezwungenermaßen mit iTunes wieder auf Werkseinstellung zurücksetzen. iTunes kann auch über PlayOnLinux installieren. Mehr dazu jedoch in einem zukünftigen Artikel.
Meine iPods sind Altlasten aus unfreien Zeiten. Heute weiß ich, daß ich beim nächsten Player auf die Softwareunabhängigkeit zu achten habe :)
Vor langer, langer Zeit machte Spielen auf Linux wenig Spaß bzw. war sehr umständlich: Entweder war das gewünschte Spiel gar nicht kompatibel oder mit viel Konfigurationsaufwand verbunden, den man mit Wine betreiben musste. Komplett freie Spiele gab es wenig und konnten nicht in Punkto Grafik mithalten.
Das alles hat sich in den letzten Jahren verändert. Werfen wir einen Blick auf den aktuellsten Stand.
Steam
Der Steam Client auf Linux
Valve hat den Steam Client und viele eigene Titel auf Linux
veröffentlicht. Richard Stallman hat dazu eine differenzierte Meinung, siehe hier. Im Großen und Ganzen ist der Versuch, Linux auch als Spieleplattform zu etablieren, positiv zu betrachten. Das Angebot an Titeln reicht zwar nicht an dem der Windows Plattform heran, und übrigens gilt selbiges auch für MacOSX, aber einerseits hat sich viel getan (z.B. ist Sid Meier's Civilization V für
Linux eine wahre Augenweide, Trine 2 usw.), andererseits gebärt die
Indie-Spieleszene wahre Kunstwerk(e|chen) wie Limbo und Fez (der "Absturz" und der "Reboot" [Teils des Spiels] allein sind schon das Geld wert!). Blockbuster wie Alien Isolation sind eher die Ausnahme; es erscheinen aber bisher nur wirklich gute Titel (ich sehe das ein wenig wie eine Auswahl). Hier der Trailer zu Limbo:
Humble Bundle
Der Humble Store von Humble Bundle
Humble Bundle unterstützt Spendenaktionen durch den Verkauf von Computerspielen. Das
funktioniert so, daß man zahlt, wie viel man möchte (pay what you want), und die Einnahmen zum Teil gespendet werden (support charity), siehe hier bzw. hier.
Über Linux hinaus werden auch Spiele für Android angeboten. Man kauft meistens Schlüssel für Steam, eher selten gibt es das Spiel als unabhängigen Download (aber oft ohne DRM). Schreibt man sich in die Newsletter ein, erhält man stets eine Mail, wenn mal wieder Bundles angeboten werden (wöchentlich, bzw. an bestimmten Feiertagen).
Klassiker
Klassiker können nach wie vor mit DOSBox, ScummVM (alte LucasArts Adventures lassen sich 1a auf alle gängigen Maschinen spielen plus exotische wie Irix, Samsung TVs) bzw. ResidualVM für 3D Titel wie Grim Fandango u.ä. Übrigens: Grim Fandango wurde neu aufgelegt, Grim Fandango Remastered ist jetzt direkt auf Linux spielbar.
Das Rätselspiel The 7th Guest läuft mit ScummVM auf Linux
Durch Steam bzw. Humble Bundle habe ich übrigens zwei Spieleentwickler meiner
Jugend wiederentdeckt, beides kreative Köpfe bei LucasArts (Monkey Island, Maniac Mansion, Day Of The Tentacle, ...): Tim Schafer, der jetzt die Double Fine Productions leitet und Ron Gilbert.
The Cave steht ganz im Zeichen humorvoller Adventurespiele
Beide publizieren auch auf Linux. Beide haben zuletzt zusammen am Titel The Cave gearbeitet, das ganz in der Tradition der Adventurespiele mit Sinn für Humor steht.
ThimbleweedPark: Werden da nicht Erinnerungen wach :) ?
Ron Gilbert veröffentlicht sein neues Adventure Thimbleweed Park Ende 2016. Dank Crowdfunding ("Schwarmfinanzierung") hat sich etwas Neues bzw. Unabhängiges entwickeln können. Viele der Titel hätten durch die Blockbuster-Logik, die sich auch im Bereich Computerspiele breit gemacht hat, sicherlich nicht realisiert werden können.
PlayOnLinux
Wer dennoch, so wie ich, auf den ein oder anderen Titel nicht verzichten möchte, dem kann vielleicht PlayOnLinux helfen, das Wine richtig ausschöpft. PlayOnLinux führt den User durch die schier unendlichen Konfigurationsmöglichkeiten mit dem Wine (Wine ist eine freie Windows Implementierung unter *ix).
Mit ein wenig Glück ist der gesuchte Titel schon in den vordefinierten Konfigurationen enthalten. Sonst muß man z.B. mittels YouTube nach einem Videotutorial suchen, und die Konfiguration selbst vornehmen; mit Videotutorials schafft das jeder.
In meinem Fall wollte ich Wolfenstein: The New Order spielen. Dazu mußte ich eine bestimme Wine Version installieren, dann bestimmte Windows Bibliotheken, bis hin zum Steam Windows Client. Danach konnte ich den erworbenen Titel spielen - und der läuft ohne Murren und Knurren.
Läuft ohne nennenswerte Probleme Wolfenstein: The New Order unter Linux
Achtung: Nur weil sich Steam für Windows unter Linux installieren läßt heißt das nicht, daß sämtliche Spiele mit Steam für Windows funktionieren! Man sollte sich immer zuerst bei WineHQ erkundigen.
Zugegeben, ganz wohl ist mir nicht bei der Sache: Ich lehne den Einkauf von Spielen unter Windows prinzipiell ab, denn ich möchte ja, daß es mehr Spiele unter Linux gibt und das entsprechend incentivieren. Aber bei diesem Titel mache ich eine Ausnahme.
In voller Pracht! Den Windowed Mode kann man abstellen.
Das Spiel nutzt die idTech5 Engine, die wiederum OpenGL verwendet. Ich vermute, daß es sich deshalb problemlos und performant spielen läßt. Wenn sich in Zukunft die Vulkan API durchsetzt, kann es nur besser werden.
Wer, wie ich, am Ende des Geldes noch zuviel Monat hat, kann versuchen, mit einer Software wie Grisbi oder jGnash die eigenen Ausgaben in den Griff zu bekommen. Mit beiden kann man Konten einrichten (Giro-, Kreditkarten-, und/oder Bargeld-Konten), Kategorien für Ein- und Ausgaben definieren, und sodann selbige aufzeichnen (sprich eingeben).
Grisbi: Auf der Startseite ist die Finanzübersicht auf einen Blick einzusehen
Spätestens nach einem Monat sollte man sich einen aussagenden Report ausgeben lassen und das eigene Verhalten mit dem schnöden Mammon überdenken.
Während Grisbi in verschiedenen Versionen für die drei gängigsten Betriebssysteme GNU/Linux, Mac OS X, und Windows zur Verfügung steht, ist jGnash in Java geschrieben. Insofern ist das ein Vorteil: alle nutzen dieselbe Version (Ich werde nicht müde, zu erwähnen, daß Programme, die in Java geschrieben sind, den brillanten Vorsprung haben, auf allen Betriebssystemen zu laufen, für die es eine Java Virtual Machine gibt). Vor Jahren benutze ich mal Grisbi auf Windows, aber die Windows Version war bei weitem nicht so gut, wie die für die GNU/Linux. Für mich auch verständlich; also nutzte ich jGnash.
Grisbi: Die Konten lassen sich mit Logos personalisieren.
Jetzt bin ich aber mittlerweile fast ausschließlich auf GNU/Linux daheim - und deswegen wieder Grisbi.
Grisbi unterstützt folgende Formate:
OFX (Open Final Exchange)
Gnucash (eine weitere, freie, und sehr mächtige Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmen)
QIF (Quicken Interchange Format)
CSV (Comma Separated Values, Textdateien, wo die Werte mit Kommas getrennt sind)