Für Freunde in Pfalzen habe ich nach der Möglichkeit recherchiert, Glasfaser zu beziehen. Die Landesregierung hat die strategische Wichtigkeit von Glasfaser erkannt und die Initiative #WirVernetzen gestartet. Doch leider bekommt man die "letzte Meile", d.h. den "letzten Abschnitt der Leitung, die zum Hausanschluß" führt, nicht in den Griff. Anders erklärt sich das offensichtliche Fehlen einer Strategie nicht.Doch zurück zum Beispiel.
Die Freunde zahlen z. Zt. monatlich mehr als 60,- € für Telefon (bei Telecom Italia) und Internet bei bb44.it, einem temporären Zusammenschluß von Brennercom und Raiffeisen OnLine. Speedtests ergaben einen Verbindungswert von gerade einmal 1,2 Mbps. Brennercom bietet hingegen "brenny Welcome" an, Telefon und Internet (Glasfaser, 10 Mbit/s) für 36,60 €. Es lag also nah, sich nach dem Stand eines Glasfaseranschlusses zu erkundigen. "Pfalzen bekommt einen Anschluß an die Zukunft", heißt es plakativ im News & PR Abschnitt der Brennercom. Doch als wir beim Energiewerk Pfalzen anrufen, erwachen wir jäh in der Gegenwart: stolze 1.500,- € kostet der Anschluß, die "letzte Meile". Klar: Wer gerade ein Haus baut oder überlegt, seine autonome Heizanlage aufzugeben und auf Fernwärme zu setzen, für den ist der Anschluß "inklusive", d.h. Glasfaser wird mit Fernwärme verlegt. Wer aber autonom bleiben möchte?
Glasfaser eine notwendige Investition
Die gleichzeitige Verbesserung der Verbindungsgeschwindigkeit und des Durchsatzes sind die wichtigsten Merkmale von Glasfaser. Das Niveau des Umgangs mit digitalen Inhalten sprengt das, was man traditionell mit TV und Radio abdeckt, denn es schafft das on demand: Inhalt steht zur Verfügung, wenn der Kunde es wünscht, nicht nur zu bestimmten Uhrzeiten. Ist Ihnen aufgefallen, wie viele neue TV-Geräte über Internetanschluß verfügen? Darüber ließe sich leichter aus der Peripherie arbeiten, denn Zugriff auf Daten, Anwendungen, ja Sitzungen mit mehreren Teilnehmern gleichzeitig im Audio/Video Chat hätten eine exzellente Qualität.Synergien nutzen?
Die Kostenrechnung, die hinter den 1.500,- € stecken, mag zwar schwarze Zahlen schreiben, ist aber kurzsichtig: Schwer vorstellbar, daß ein Haushalt, der weiterhin autonom heizen möchte, diesen Betrag stemmen kann. Gibt es Spielraum für Synergien? Es liegt doch auf der Hand, daß man den lokalen Internet Service Provider einem anonymen, sprachlich nicht immer sicher gesatteltem (mittlerweile werden schon Callcenter ins Ausland verlagert) nationalen Provider vorzieht. So bliebe das Geld "im Land". Ein Energiewerk, welches vielleicht zu klein ist, um ein eigenes Internetangebot anzubieten, könnte doch Internetpakete von größeren lokalen Internetanbietern verkaufen ("Reseller"). Überschaubare Anschlußgebühren, Vertragsbindungen, und dann eventuell Inzentive durch die öffentliche Hand täten ihr übriges.So bleibt mir aber nichts weiter übrig, als den Freunden zu einem Vertrag mit Telecom Italia zu raten. Die Idee, auf Glasfaser umzusteigen ist erst einmal mittel- bis langfristig verschoben.
Das Bild ist CC, Ursprung https://www.flickr.com/photos/kainet/112885753
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